Ausstellung im Kloster Ingenbohl zeigt die nachhaltige Bauweise ihres Alterszentrums

Das 2023 fertiggestellte Alterszentrum des Klosters Ingenbohl SZ. (Foto: zVg)

Das neue Alterszentrum auf dem Klosterhügel Ingenbohl besteht aus Trasskalk und gilt als eines der bemerkenswertesten Bauprojekte mit nachhaltigen Materialien der Schweiz. Dies wurde im Kanton Schwyz als Anlass genommen, im Kloster Ingenbohl in einer öffentlichen Ausstellung mit dem Titel «Prinzip Reduktion» den vielfältigen Einsatz von Lehm in der Architektur zu zeigen, wie er vom Zürcher Architekturbüro Boltshauser Architekten verfolgt wird.

In der Ausstellung zu sehen sind Projekte und Modelle, Prototypen von Lehmelementen und Materialproben, sowie Skizzen von Roger Boltshauser. Bilder und Fotografien verschiedener Künstler und Künstlerinnen ergänzen den architektonischen Blick.

Klimaneutrale Ressource

Seit Ende der 1990er Jahre setzen sich Boltshauser Architekten für die Etablierung des Baustoffs Lehm als lokale und klimaneutrale Ressource ein, haben daraus eine Vielzahl von Bauten realisiert und mit innovativen Anwendungen Pionierarbeit geleistet. Daraus resultiert ein Werk, das eine widerständige Sprache spricht und sich in bewusster Reduktion der Mittel gegen das Herkömmliche wehrt.

Heute loten sie das Potential des Lehms auch in Kombination mit anderen Baustoffen aus und treiben damit seine breitere Verwendung voran. Die Erfahrungen aus der Praxis werden am Lehrstuhl von Roger Boltshauser an der ETH Zürich wissenschaftlich unterlegt, Forschungsergebnisse fliessen zurück in die Bauten. Diese Rückkopplungen sind entscheidend dafür, das Vertrauen in den Lehm zu stärken und ihn als zeitgemässen Baustoff zu etablieren.

Dauerhaftigkeit steht im Zentrum

Im Zentrum steht für Boltshauser Architekten dabei immer die Frage, wie daraus Architektur entsteht, die von Dauer ist. Denn Dauerhaftigkeit ist der wichtigste Nachhaltigkeitsfaktor – Schönheit, Atmosphäre und die daraus hervorgehende Wertschätzung der Nutzerinnen und Nutzer sind ihre Garanten.

Schwester Rebekka Breitenmoser, Provinzassistentin des Klosters Ingenbohl, hat mit Felix Hilgert, Geschäftsführer der Lehmag AG, über die Zukunft des Bauens mit Lehm, die Forschungsarbeit in Brunnen und die Ausstellung «Prinzip Reduktion» gesprochen und ihn auch gefragt, weshalb Lehm heute so wenig als Baustoff verwendet wird.
Link zum Interview

Die Ausstellung ist geöffnet von Montag bis Freitag, 9 bis 12 und 14 bis 19 Uhr sowie
Samstag und Sonntag 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr.