Die Bewahrung der Schöpfung beginnt vor der Kirchentür
Die ehemalige Abteikirche Romainmôtier in grüner Umgebung. (Foto: Trisente/CC-BY-SA-4.0)
Die 1980er-Jahre waren eine bedeutende Zeit für die gesellschaftliche Debatte zu Umweltfragen. In der Politik ist es die Zeit der Gründung der grünen Parteien. Und in den Kirchen wurde zunehmend deutlich , dass der Aufruf zur Bewahrung der Schöpfung nicht allein eine Verkündigungsaufgabe ist, sondern vor Ort, nicht zuletzt in den eigenen Liegenschaften, beginnen muss.
Vernetzt und getragen
Heute sind nicht weniger als 900 Kirch-gemeinden und kirchliche Organisationen, aber auch zahlreiche Einzelpersonen Mitglied des Vereins «oeku». Der gemeinnützige, ökumenische Verein betreibt in Bern eine Fachstelle, die von der Schweizer Bischofskonferenz, der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz sowie der christkatholischen Kirche der Schweiz anerkannt wird. Darüber hinaus ist «oeku» auch international vernetzt. Der Verein finanziert sich über Mitgliederbeiträge, Spenden und Kollektenerträge. Dazu kommen von katholischer Seite Beiträge von der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz, von Kantonalkirchen und Kirchgemeinden. Finanzielle Beiträge erhält «oeku» zudem projektbezogen auch vom Bund und von einzelnen Kantonen. Der Verein wirkte bei der Inländischen Mission jeweils an den Fachtagungen zum Thema Kirchenrestaurierung mit.
Der «Grüne Güggel»
In den 40 Jahren seit der Gründung der «oeku» entstanden aus dem auch biblisch zu begründenden Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung zahlreiche Projekte und Anregungen. Dazu gehören ein Leitfaden für Kirchgemeinden und Pfarreien zum Thema «Energie sparen und Klima schützen», das Umwelthandbuch «Es werde grün», Weiterbildungen, Präsenz bei der Diskussion ökologisch-ethischer Fragen in der Öffentlichkeit und nicht zuletzt das Label für das geprüfte Umweltmanagement «Grüner Güggel» für Kirchgemeinden. Da ein kirchliches Ökologie-Engagement auch nach 40 Jahren nicht abgeschlossen ist, hat der Verein sein Jubiläum Anfang Juni 2026 mit Blick über Forderungen zum Umweltschutz hinaus gefeiert. Denn als christlich verankerte Organisation versteht «oeku» den Menschen als «Geschöpf inmitten von anderen Geschöpfen», der sich – so wie zur Gründungszeit – mit einer ökologischen Spiritualität auseinanderzusetzen hat.
Anlässe in drei Landesteilen
Das zeigt sich konkret auch darin, dass in diesem Jahr gleich noch drei weitere Jubiläumsanlässe durchgeführt werden: in Lugano am 6. September mit der Einweihung eines «Laudato Si»-Gartens, im Aargau mit einer Schöpfungswanderung am 20. September vom Kloster Fahr nach Baden und in Lausanne am 3. Oktober im Rahmen der 40-Jahr-Feier von EcoEglise der Communauté des Églises Chrétiennes im Kanton Waadt.
Mehr Informationen zum Jubiläum
Breit aufgestellte Fachstelle
Auf der oeku-Fachstelle in Bern teilen sich sechs Fachpersonen aus Umwelt- und Naturwissenschaften, Theologie, Finanzen und Administration aktuell 360 Stellenprozente. Das Tätigkeitsgebiet umfasst die kirchliche Umweltarbeit in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz. Geleitet wird der Verein von einem Vorstand mit Vertretungen aus Kirchen, Wissenschaft, Bildung und Verwaltung. An der Jubiläums-Mitgliederversammlung des Vereins Mitte Juni wurde die Bäuerin und Katechetin Vroni Peterhans nach 13 Jahren im Vorstand, davon 11 Jahren als Präsidentin, verabschiedet. Neu wurden Daniel Schmid-Holz als Präsident und Manuel Perucchi als Vizepräsident gewählt.
Kontakt für Pfarreien: oeku Kirchen für die Umwelt, Schwarztorstrasse 18, Postfach, 3001 Bern, Tel. 031 398 23 45, www.oeku.ch, info@oeku.ch.