Eintauchen in die Welt von Niklaus und Dorothee
Es ist eine besondere Form, die im Kloster Bethanien in St. Niklausen zur Auseinandersetzung mit dem Schweizer Nationalheiligen Bruder Klaus und Dorothea Wyss einlädt: Im ehemaligen Hallenbad des Hauses werden die Bilder von Olivier Desvaux in einer 360-Grad-Projektion gezeigt. Die bewegten Gemälde werden so zur Landschaft, in der sich die Besucher aufhalten.
«Der Maler des Lichts»
Sylvère Lang, Initiator und Regisseur von «Niklaus & Dorothee Alive», hat den Maler über die Jahre der Entstehung der Bilder eng begleitet. Für beide stand fest, dass sich der einstige Lebensraum von Bruder Klaus und Dorothee seit dem Mittelalter stark verändert hat, aber doch nicht so gemalt werden konnte, wie sich die Gegend heute zeigt. Der Franzose Olivier Desvaux reiste immer wieder nach Obwalden, ins Flüeli und in den Ranft. Denn für ihn stand fest, «das Licht ist dasselbe geblieben», wie es Sylvère Lang in seinem Eingangstext zum Bildband beschreibt.
Dieser lässt denn auch in erster Linie die zahlreichen Ölgemälde von Olivier Desvaux für sich sprechen. Ab und an finden sich kurze Texte in Deutsch und Französisch zu einzelnen Bildern. Die Texte stammen von Anny und Sylvère Lang. Dabei scheint es mehr darum zu gehen, die Lebensweise der Menschen im Mittelalter ganz kurz zu beschreiben.
Bilder, die zur Meditation einladen
Eine bildliche Darstellung des Lebens von Bruder Klaus und seiner Familie in der heutigen Zeit ist anspruchsvoll. Urban Fink-Wagner, Geschäftsführer der Inländischen Mission, kann in seinem Vorwort aber festhalten, dass dies zuerst mit «Lumeum» und nun auch mit dem Bildband «Niklaus und Dorothee Alive» sehr gut gelungen ist. Das Buch lade dazu ein, «Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss neu zu entdecken und ihre gemeinsame Lebensgeschichte zu meditieren», wie er im Vorwort schreibt.

Herausgegeben wurde das Buch vom «Verein Bethanien – Lumeum 2026», der aus den Ordensgemeinschaften der Dominikanerinnen von Bethanien und der Gemeinschaft Chemin Neuf gebildet wird. Die durchgehende Zweisprachigkeit ist ein schönes Zeichen dafür, dass das Wirken und das Leben des Landesheiligen Bruder Klaus und seiner Frau Dorothee über Sprachgrenzen hinausreichen.
Auf alle Fälle ist diesem schönen Bildband zu wünschen, dass er in seiner stillen und lichtvollen Art und Weise viele Leute zur Auseinandersetzung mit dem Leben von Niklaus und Dorothee einlädt. Und dabei die Möglichkeit eröffnet, diese so eindrückliche Lebens- und Familiengeschichte zu meditieren.