Leitlinien der Kirchen zur Künstlichen Intelligenz
«Künstliche Intelligenz verändert, wie wir lernen, arbeiten und miteinander umgehen. Dass fünf Kirchen und Verbände dazu gemeinsam sprechen, freut mich besonders: In dieser Frage haben wir als Kirchen in der Schweiz eine Stimme», sagt Rita Famos von der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS) zu der gemeinsamen Initiative.
Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS, die Schweizer Bischofskonferenz SBK, der Dachverband Freikirchen.ch, die Christkatholische Kirche der Schweiz und die Schweizerische Evangelische Allianz SEA rufen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz auf.
Menschliche Würde ist unverfügbar
Im Zentrum soll eine gemeinsame christliche Überzeugung stehen: Menschen sind – von Gott geschaffen und angesprochen – in ihrer Würde unverfügbar. Technische Möglichkeiten müssen sich daran messen lassen, ob sie dem Wohl der Menschen und ihrer Mitwelt dienen. «Wer über Künstliche Intelligenz spricht, spricht immer auch über den Menschen. Diese Leitlinien verbinden beides: die theologische Frage, was uns ausmacht, und die praktische, wie wir mit diesen Werkzeugen umgehen», verdeutlicht Bischof Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, diese Grundhaltung.
Die zehn Leitlinien der Schweizer Kirchen zur Künstlichen Intelligenz versuchen, Grundfragen des christlichen Menschenbildes mit konkreten Herausforderungen künstlicher Intelligenz zu verbinden. Sie halten konkret fest:
1. Menschen sind etwas anderes als Maschinen
2. Beziehungen leben von leiblicher Erfahrung
3. Persönlichkeitsbildung lässt sich nicht delegieren
4. Nicht die Technik schreibt die Geschichte
5. Wahrheit braucht Prüfung und Transparenz
6. Mitbestimmung muss geschützt bleiben
7. Menschen sind mehr als ihre Daten
8. Ökologische Verantwortung gilt auch digital
9. Digitale Macht braucht Grenzen und Teilhabe
10. Wir, die Schweizer Kirchen, gestalten die KI-Revolution gemeinsam
Die Leitlinien «Menschlichkeit im digitalen Zeitalter» richten sich an kirchliche Institutionen, Gemeinden und Werke. Zugleich verstehen sie sich als Beitrag zur breiteren gesellschaftlichen Debatte. Sie sind auf der Internetseite menschlichkeit-digital.ch zugänglich.